Meine erste Bento Box

Meine erste Bento Box in Japan

In diesem Monat folgen wir Dalila nach Aomori, welches sich am nördlichen Ende der Insel Honshū befindet. Honshū ist die größte und bedeutendste japanischen Insel und wir auch als „Kernland“ bezeichnet.

In dieser Stadt hat unsere Ernährungswissenschaftlerin ihre erste Begegnung mit einer Bentō-Box, einem typisch japanischen Ausdruck für Essen.

Auf der Suche nach Essgewohnheiten habe ich gelernt, dass gemeinsame Objekte oft die kulinarische Entwicklung eines Landes offenbaren. Der Bentō, geboren als Picknickkorb für die Japaner, die draußen essen, ist zum Symbol als eines der besten Take-away Konzepte weltweit geworden.

Bentō-Boxen sind aus verschiedenen Formen und Materialien, die in Fächern unterteilt sind und kleine Mahlzeiten trennen. Sie bieten ein praktisches Mittagessen, welches leicht zu essen und zu transportieren ist. Dies war im Wesentlichen der Hauptzweck von bentō, ein Begriff, der vom chinesischen biāndāng stammt, welches „praktisch“ bedeutet.

Noch heute bereiten Frauen in der Familie Bentō für ihre Ehemänner und Söhne vor, indem sie ihn in den traditionellen Stoff namens Furoshiki einwickeln.

Ich sehe dieses kostbare und praktische Objekt zum ersten Mal in Aomori, einem Hafen auf Japans größter Insel und wichtiger Verbindung zur nördlichsten Insel Hokkaido.

Meine erste Bento Box ist eine bezaubernde dunkle Holzschatulle mit einem handgemalten Blumenbezug. Ich werde von einer freundlichen Kellnerin bedient, deren zierliche Bewegungen mein Mittagessen elegant entfalten und eine Box mit vielen kleinen Gerichten zeigen, die in der Kombination von Farben und in den verschiedenen Präsentationen untersucht wurden.

In der Blumenschatulle stellt jedes der sechs Fächer eine japanische Spezialität dar. Ich schätze die Idee, die Zutaten frei zu kombinieren: In der japanischen Kultur gibt es eigentlich keine geregelte Reihenfolge für die mehreren Gänge.

Auf dem Tisch ist das traditionelle Besteck platziert: Hashi-Essstäbchen auf einer kleinen Hashioki-Stütze und ein Keramiklöffel für die Suppe.
In getrennten Schüsseln – aber in derselben Schönheit – helfen mir, Reis und Miso-Suppe zu dämpfen, als wären sie der König und die Königin der Mahlzeit. Sie bilden die Grundlage für japanisches Essen und müssen immer auf dem Tisch liegen.

Ich liebe den intensiven Geschmack von Miso-Suppe, die normalerweise mit Buchweizen-Nudeln, Reis oder Weizen serviert wird.
Miso ist das Gewürz, das durch die Fermentation von Soja und anderen Getreidesorten gewonnen wird. Die Farbe und Intensität des Geschmacks hängen von der Fermentation und dem verwendeten Getreide ab.
In Japan wird es wegen seiner interessanten ernährungsphysiologischen Vorteile täglich konsumiert: Neben der Hydratisierung des Körpers enthält es eine große Menge an essentiellen Aminosäuren und nützlichen Enzymen.

Die japanische Kultur hat genaue Regeln bezüglich der guten Manieren am Tisch. Ich positioniere Essstäbchen zwischen Zeigefinger und Daumen, wobei ich darauf achten muss, nicht zu sehr zu gestikulieren. Dies ist ein Zeichen für schlechte Manieren, was die meisten Touristen nicht wissen.

Ich beginne mit dem, was ich leicht erkenne: Thunfisch und frisches Lachssashimi. Die zarte Konsistenz und das delikate Aroma stehen für die Frische und Qualität der Fischfilets. Die rosige und natürliche Farbe des Fleisches ist wunderbar und wird durch die heute übliche künstliche Farbgebung der Lebensmittel überhaupt nicht verfälscht.

Auch wenn ich ein übersetztes Menü bekomme, probiere ich alles nach dem Zufallsprinzip aus.

Die angenehme Säure der fermentierten Okra im Wasabi erfrischt meinen Gaumen aus dem Teig eines Tempurapilzes. Der gebratene Teig ist eine leichte Schicht, aber für die gesunden Augen eines Ernährungswissenschaftlers ist er immer ölig.

Im „gegrillten“ Bereich gibt es Kabeljau, Rindfleisch am Spieß und Tamagoyaki. Das letzte ist ein gewöhnliches Rezept, das unserem Eier Omelett sehr ähnlich ist. Es hat eine rechteckige Form von kleiner Größe und einer festen Konsistenz. In kleine Stücke geschnitten, kann es auch als Zutat in Sushi verwendet werden.

Dann enthält eine elegante, goldene Schüssel das „Mixed Boiled“: Taro-, Lotus-, Karotten- und Bambussprossen, die in Hühnerbrühe serviert werden. Lotus- und Taro-Knollen erinnern vage an den Kartoffelgeschmack, ihre berühmteste Schwester, während Karotten- und Bambussprossen einen süßlichen Geschmack ergeben, der durch ein schmackhaftes Aroma der Brühe ausgeglichen ist.

Obwohl ich satt bin, beende ich meine Bentō-Verkostung mit dem Dessert: ein zartes Fruchtgelee aus Farnstärke. Ich lächle über die Beschreibung „Obst Teller„, eine dünne Orangenscheibe: Unter den im Land geförderten Ernährungsempfehlungen glaube ich nicht, dass der Verzehr von Obst am Ende der Mahlzeit empfohlen wird.