Header Friedenspark Hiroshima, Tagebuch einer Ernährungswissenschaftlerin in Japan, Yakult

Friedenspark Hiroshima

 

Dies ist schon der letzte Eintrag aus Dalila’s Tagebuchreihe und dieses Mal begleiten wir sie nach Hiroshima, einer Stadt des vergangenen Krieges und heutzutage zugleich einem Symbol des Friedens.

Zu Beginn meiner Reise betrachtete ich alles aus der Perspektive einer Ernährungswissenschaftlerin und verfiel meinem unersättlichen Wunsch nach der Entdeckung lokaler Leckereien. Die guten Eigenschaften fermentierter Produkte zu genießen, Matcha-Tee zu trinken oder die Entdeckung von „Umami“ – dem fünften Geschmack – hat meine berufliche Leidenschaft jeden Tag genährt. An meinem letzten Haltepunkt dieser aufregenden Reise bin ich an diesem besonderen Ort angelangt und die Aufregung Hiroshima zu entdecken, übertrifft jeden kulinarischen Gedanken.

Mitten im Zentrum Hiroshimas liegt der Friedenspark Hiroshima, eingebettet zwischen zwei Flüssen. Genau an der Abwurfstelle von “Little Boy”, der Atombombe, die Hiroshima am 6. August 1945 verwüstete, wurde der Park errichtet. Der Friedenspark beherbergt viele Denkmäler, die alle Episoden von großer Hoffnung bezeugen und den Opfern der Atombombe gewidmet sind.

Es ist Sonntag und der Park ist etwas überfüllter als an anderen Wochentagen. Die Einheimischen schlendern durch den Park ohne sich an den vielen Touristen zu stören und halten an den Denkmälern an, um die Zeichen der Vergangenheit mit respektvoller Stille zu betrachten. Es liegt eine fast unwirkliche Atmosphäre in der Luft: Trotz der Tragödie, die der Ort erzählt, kann ich eine unglaubliche positive Stimmung spüren.

Die Morgensonne erhellt die bunten „Papierkraniche“, die Sadako Sasaki gewidmet sind, welche die Kunst des Origami geschaffen hat. Sadako erkrankte aufgrund der Atomstrahlung an Leukämie und sah dem Traum der Heilung ins Auge, indem sie 1000 Origami-Kraniche bastelte. Das Denkmal zu ihren Ehren zeigt Sadako, wie sie die Hände in den Himmel streckt und einen goldenen Kranich trägt. Um die Statue herum, findet man ein Papierfest des Friedens, der Liebe und der Hoffnung, mit Tausenden von Origamis, die verschiedene Kunstwerke in vielen verschiedenen Farben darstellen: ein Herz, eine Taube, ein Regenbogensymbol. Die Origami Kunstwerke sind ein Geschenk von japanischen Schulen, denn in Japan wird die Kunst des Origami schon in der Schule gelehrt.

Im Anschluss werde ich von einer anderen Sehenswürdigkeit gebannt: von der Friedensglocke. Als Zeichen der Solidarität wurde sie von der griechischen Botschaft gespendet. Das Denkmal zeigt auf der Oberfläche eine Welt ohne Grenzen und an der Schlagstelle befindet sich ein Atomsymbol. Am Ende der Glocke befindet sich eine Inschrift in der alten Sprache, die die Worte des griechischen Philosophen Sokrates enthält: „Erkenne dich selbst“.

In der japanischen Kultur ist eine tiefe Selbsterkenntnis sehr wichtig: Die Harmonie mit den Mitmenschen beginnt in erster Linie mit dem persönlichen Gleichgewichts. Gelassenheit bedeutet auch, unsere Grenzen zu akzeptieren. Und wollen wir an uns selbst arbeiten, so brauchen wir dies erst einen Vergleich mit Menschen ohne soziale Einschränkungen – ebenso als hätten Länder keine Grenzen. Einige Touristen warten darauf, die Glocke spielen zu können; ihr Klang durchbricht die Stille des Ortes und erzeugt Klangschwingungen von Frieden und Brüderlichkeit.

Vom Friedenspark Hiroshima bewahre ich besonders die Botschaft des starken Mutes: Manchmal wollen wir uns verstecken und die schmerzhafte Vergangenheit vergessen; das Open Air Memorial ist stattdessen eine Einladung, sich daran zu erinnern, was passiert ist, um an einer bessere Zukunft zu arbeiten.