Eine unerwartete Begegnung mit einer Yakult Lady

In Dalias nächstem Beitrag folgen wir Dalia nach Otaru, einer Hafenstadt im Norden des japanischen Archipels und auf Japans nördlichster Insel Hokkaido. Eine Stadt, in der sie eine ganz besondere Begegnung mit einer japanischen Schönheit hat und … mit Yakult!

„Ich reise sehr gerne und versuche so viel wie möglich in die Kultur der Orte, die ich besuche, einzutauchen: Ich versuche die Stimmung und das Gefühl auch dieses magischen Landes einzufangen. Als reisende Ernährungswissenschaftlerin möchte ich natürlich die Essgewohnheiten, die Vorteile der Gärung der asiatischen Küche und die Kunst des Sushi kennen- und erlernen.“

Im Hotel empfehlen sie Dalia, sich vor Reiseantritt zum örtlichen Tourismusbüro zu begeben. Dort hatte sie das Glück, auf eines der Frauensymbole des Landes zu stoßen: eine Yakult-Lady.

„Ich erfahre, dass Yakult seit seiner Gründung von Yakult Ladies verkauft wurde. Bereits 1963 hatte der Yakult-Gründer Dr. Minoru Shirota die bahnbrechende Idee, Frauen auf selbstständiger Basis Yakult verkaufen zu lassen, welche die Fläschchen direkt nach Hause oder ins Büro liefern. So begann die Geschichte der Yakult Ladies.“

Damals wurden kaum Frauen in die Arbeitswelt aufgenommen, sodass die „Yakult Ladies“ noch bis heute ein Symbol für die Unabhängigkeit der Frau repräsentieren.

Mittlerweile machen sich täglich rund 38.900 Yakult Ladies in Japan frühmorgens auf den Weg, um Yakult-Produkte zu den Kunden zu bringen. Die Yakult Ladies erkennt man leicht an ihrer Uniform. Man kann sie zu Fuß, auf einem Motorroller oder auf einem Fahrrad antreffen.

„Ich beobachte sie, wie sie mit großer Genauigkeit die Fläschchen in ihren Kühlwagen stellt und bin dabei fasziniert von dem gepflegten Auftreten einer Yakult Lady. Sie trägt ein natürliches Make-up mit einem zeitlosen roten Lippenstift und ein blaues Hemd mit einer Schleife im Nacken, in Kombination mit einer dunkel karierten Hose. Der Damenhut aus leichtem Stoff schützt sie vor der heißen Sonne. Um die Taille trägt sie eine Gürteltasche, die perfekt zur Uniform passt. Obwohl sie Berufskleidung anhat, wirkt sie sehr elegant.

Ich traue mich, die mühsame Arbeit der Dame für einige Sekunden zu unterbrechen, indem ich sie um ein Foto bitte. Sie legt die Hände auf die Gürteltasche und posiert selbstbewusst in die Kamera. Ich glaube, sie ist schon an die Bewunderung der Touristen gewöhnt.

Ich kann mich aufgrund der Sprachbarriere nicht verständigen, aber ich lächle und versuche den Genuss von Yakult zu imitieren. Sie antwortet mir, indem sie ihre Hand auf ihren Bauch legt. Ich brauche kein Japanisch, die Kommunikation funktioniert auch nonverbal.

Die Begegnungen mit den Menschen und ihren eigenen Geschichten machen eine Reise unvergesslich: Die nette Yakult Lady hat mich auf eine ganz besondere Weise in ihrem Land empfangen.“